Wiesenhof-Schlachthof in Königs Wusterhausen: Grüne kritisieren mangelnde Umsetzung der Auflagen zum Wasserschutz

22.02.18

Die Grünen-Abgeordneten Annalena Baerbock (MdB) und Benjamin Raschke (MdL) sowie Mitglieder der Bürgerinitiative KW stinkt´s stellten bei einem Ortstermin im April 2017 einen bedenklichen Umgang des Wiesenhof-Schlachthofs in Königs Wusterhausen mit verschmutztem Regenwasser auf seinem Betriebsgelände fest. Sie alarmierten die Untere Wasserbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald, die daraufhin zahlreiche Auflagen erteilte.

Die Missstände sollten sämtlich bis zum 31.08.2017 beseitigt werden. Auf Nachfrage erfuhren die Abgeordneten im Dezember, dass sich die Entwässerungsanlagen augenscheinlich immer noch in desolatem Zustand befanden. Verladeflächen waren verschmutzt und nicht an einen Absetzschacht oder die Kanalisation angeschlossen, das Absetzbecken für das Filterspülwasser war verschlammt.

Auf erneute Nachfrage wurde im Februar 2018 mitgeteilt, dass sich die Situation in diesem Bereich offenbar verbessert hat. Allerdings rutschen nach wie vor Böschungen in die Versickerungsbecken und die sogenannte „Seuchenwanne“, die bei Seuchengefahr der Fahrzeugdesinfektion dient, ist immer noch nicht an den Abwasserkanal angebunden.

„Gerade nach der Vogelgrippe im letzten Jahr ist das völlig unverständlich“, so Benjamin Raschke. „Ich mache mir Sorgen wegen der anhaltenden Nachlässigkeit des Betreibers im Umgang mit verschmutztem Wasser, umso mehr, weil das Gelände an ein Trinkwasserschutzgebiet grenzt. Ein sorgfältiger Umgang mit Wasser auf dem Betriebsgelände ist bei der Anlieferung von über 120.000 Tieren am Tag und bei Desinfektion der Fahrzeuge unerlässlich.“

Hintergrund

Im April 2017 war Anwohnern aufgefallen, dass Regenwasser vom Betriebsgelände durch oberirdisch endende Rohre in den angrenzenden Wald geleitet wurde, unmittelbar an der Grenze zu einem Trinkwasserschutzgebiet. Als die Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock und der Landtagsabgeordnete Benjamin Raschke den Ort besichtigten, hatte sich im Wald ein stark riechender Tümpel gebildet. Die daraufhin alarmierte Untere Wasserbehörde des Landkreises Dahme Spreewald untersagte diese Art der Regenwasserversickerung und machte zahlreiche weitere das Regenwasser betreffende Auflagen, die bis zum 31.08.2017 umzusetzen waren.

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Landwirtschaft Pressemitteilung Tierhaltung