15.08.2019

Wasser in der Lausitz: Hälfte des gesamten Jahreswasserverbrauchs von Berlin verdunstet durch Tagebauseen. Bündnisgrüne: Gesamtkonzept fehlt

www.ideengruen.de | markus pichlmaier

Während die Lausitz seit Monaten unter Trockenheit zu leiden hat, wurde nun bekannt, dass die die Verdunstung von Wasser aus den Tagebauseen um etwa 20 Prozent weiter ansteigen wird. Auf Anfrage der Landtagsabgeordneten Benjamin Raschke und Heide Schinowsky erklärte die Landesregierung, dass derzeit von einer mittleren jährlichen Verdunstung von 92,5 Mio. m³ bzw. von 2,97 m³/s bei einer aktuellen Seefläche von ca. 12.500 ha ausgegangen wird. Nach Auslaufen des Braunkohlentagebaus wird sich eine Gesamtwasserfläche von ca. 15.000 ha Seenfläche in der Lausitz einstellen. Die Verdunstung wird sich bei ca. 3,57 m³/s liegen.

„Wenn man sich vor Augen führt, dass der Wasserverbrauch von Berlin bei ca 200 Millionen m³ liegt, verdunstet alleine durch die Tagebauseen in der Lausitz die Menge Wasser, die die Metropole Berlin in einem halben Jahr verbraucht. Vor diesem Hintergrund ist es unerklärlich, warum es immer noch kein wasserwirtschaftliches Gesamtkonzept für die Lausitz gibt“, kritisiert der umweltpolitische Sprecher der bündnisgrünen Landtagsfraktion Benjamin Raschke: „Wenn künftig für die Spree und insbesondere für das Biosphärenreservat Spreewald ein ausreichender Mindestabfluss gewährleistet werden soll, dann sind große Speichermengen erforderlich“. Raschke plädiert daher für ein Konzept, wie die Tagebauseen zu Speichern entwickeln werden können. „Wir müssen um jeden Regentropfen kämpfen. In der voranschreitenden Klimakrise werden Trockenphasen und Starkregen-Ereignisse weiter zunehmen. Darauf müssen wir uns vorbereiten“.

Die bergbaupolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion Heide Schinowsky weist darauf hin, dass alleine in der brandenburgischen Lausitz noch 19 Bergbaufolgeseen geflutet werden müssen. Dazu kommt mit dem Cottbuser Ostsee noch der größte künstliche See Deutschlands. „Im Prinzip hätte man den Ostsee nicht als riesigen Flachwassersee planen dürfen, sondern als kleinen, aber tiefen See“, sagt Schinowsky.

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