01.03.2021

Vogelgrippe: Mehr als 100.000 tote Tiere in der industriellen Haltung – Putenhalter*innen in besonderer Verantwortung

Im Rahmen der Fragestunde des Landtagsplenums erkundigte sich der Fraktionsvorsitzende und tierschutzpolitische Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Benjamin Raschke nach den Eintragungswegen des Geflügelpesterregers in Tierställe.

Zur Antwort der Landesregierung sagt er:

„Die Vogelgrippe hat in Brandenburger Tierhaltungsbetrieben bereits mehr als 100.000 Tierleben in nur sechs Betriebsstätten gefordert. Allein in vier dieser Betriebe sind 71.000 Puten betroffen. Ich mache mir große Sorgen, dass wir durch den Geflügelpesterreger in diesem Jahr noch mehr Tiere verlieren. Betreiberinnen und Betreiber großer Putenbetriebe tragen grundsätzlich große, aber jetzt noch größere Verantwortung. Nicht nur, dass es anders als bei den meisten anderen Tierarten bei der Haltung von Puten an bundesrechtlichen Regelungen fehlt. Wie viel Platz einer Pute im Stall zur Verfügung steht, ob der Schnabel gekürzt werden darf oder nicht, all dies beruht auf freiwilligen Vereinbarungen. Bei den meisten Übertragungswegen der Vogelgrippe ist der Mensch direkt oder indirekt beteiligt – und nicht etwa Wildvögel. Die industrielle Tierhaltung begünstigt diese menschlichen Eintragungswege. Das hat auch das letzte Geflügelpestgeschehen 2016/2017 gezeigt, bei dem Putenhaltungen in Kyritz und Alt Zauche/Burglehn mit mehr als 56.000 gekeulten Tieren betroffen waren. Das damalige Ministerium hatte dazu informiert, dass der Eintrag des Erregers in den Putenhaltungsbetrieb Alt Zauche/Burglehn vermutlich über den Transport von Puten während der Inkubationszeit aus dem infizierten Putenhaltungsbetrieb in Kyritz geschah.

Wir appellieren daher an die Putenhalterinnen und Putenhalter in Brandenburg, alle erforderlichen Hygienemaßnahmen zu ergreifen.“

Hintergrund:

Die Analyse der Eintragungswege in die meist nach außen hin geschlossenen Ställe ist extrem wichtig, um die Ausbreitung des Erregers in Zukunft zu stoppen. Hierbei untersucht die Landesregierung Eintragungswege wie Tierzu- und -abgänge, Personen- und Fahrzeugverkehr, Einstreu, Futter, Maschinen, Gerätschaften und Schadnager.

Die Mündliche Anfrage und die Antwort der Landesregierung können Sie dem Anhang entnehmen.

Chronik des Geflügelpestgeschehens 2020/2021:

o 18.000 Mastenten in der Uckermark am 22.02.2021

o 16.600 Mastenten in MOL am 18.02.2021

o 12.000 Puten in der Prignitz am 17.02.2021

o 29.000 Puten in der Uckermark am 09.02.2021

o 14.000 Mastputen in der Uckermark am 03.02.2021

o 16.000 Puten in der Prignitz am 24.01.2021

o Rund 50 Tiere in einem Kleinbestand in Spree Neiße am 29.12.2021

Kategorien:Pressemitteilung
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