02.05.2018

Bündel von Maßnahmen vorgelegt: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Brandenburg unterstützen Dorfbewegung und fordern den Dörfern in Brandenburg wieder mehr Rechte zu geben

Ein typisches Dorf in Brandenburg von oben, Quelle: ideengrün | markus pichlmaier

v.l.n.r Günther Thiele (Dorfbewegung Brandenburg) Benjamin Raschke (MdL) Alexandra Tautz (Referentin Enquete-Kommission für ländliche Räume) Quelle: Guido Sutthoff

Die Brandenburger Bündnisgrünen wollen die Menschen in den Dörfern stärker unterstützen. Dazu legen sie ein Bündel von Maßnahmen vor: Mehr finanzielle Eigenverantwortung durch Ortsteilbudgets, höhere Entschädigung für Lokalpolitiker vom Ortsvorsteher bis zum Kreistagsmitglied, aufschiebendes Veto-Recht für Ortsbeiräte und eine bessere Vernetzung und gegenseitige Unterstützung im Rahmen eines sogenannten "Parlaments" der Dörfer.  Damit stellen sich die Bündnisgrünen hinter die Forderungen der "Dorfbewegung" und  die Empfehlungen der Enquete-Kommission für ländliche Räume. "Es geht darum die Dörfer und deren Einwohner*innen nicht zu vergessen, Möglichkeiten für ein lebendiges Dorfleben zu schaffen und den Dorfcharakter der kleinen Orte zu erhalten", sagt Clemens Rostock, Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen Brandenburg. Die ganze Partei steht dahinter. Ein entsprechender Antrag wurde erst am letzten Sonnabend auf dem kleinen Parteitag in Eberwalde einstimmig verabschiedet".

Der  Erhalt  von  Lebensqualität  in  den  ländlichen  Räumen  ist  und  bleibt  abhängig  von  den  Menschen vor Ort, ihrem Engagement, ihrer Kreativität und ihrem Gestaltungswillen. Dieses  oftmals  vorhandene  Engagement  muss  über  die  einzelnen  Dörfer  hinaus  öffentlich  und  politisch  wahrgenommen,  gestärkt  und  vernetzt werden.  Diesem Ansinnen hat sich die Brandenburger Dorfbewegung verschrieben.

"Wir streiten seit Jahren für lebendige Dörfer und ländliche Räume. Nun hat die von uns angestoßene Enquetekommission zu den ländlichen Räumen konkrete politische Empfehlungen erarbeitet, wie die Dörfer stärker mitwirken können, die wir wie auch die Dorfbewegung Brandenburg vom Land einfordern", sagt der Landtagsabgeordnete Benjamin Raschke aus  dem Spreewalddorf Schönwalde (Dahme-Spreewald).

Die Enquete-Kommission hat  deutlich herausgearbeitet, dass viele Bürger*innen in  den ländlichen Räumen mehr Mitbestimmung wünschen, diese aber sehr eingeschränkt  ist. Insbesondere die Dörfer finden in der Kommunal- und Landespolitik kaum  Gehör und haben nur wenige Gestaltungsmöglichkeiten. Eine Ursache hierfür ist die  letzte Gemeindegebietsreform, bei der viele Dörfer zu größeren Gemeinden  zusammengelegt wurden. Dies brachte in vielen Fällen Synergieeffekte, zugleich  waren vor der Reform rund 12.000 Menschen in Gemeinderäten aktiv, danach nur  noch rund 6.000. Die Kommission empfiehlt keine Rücknahme der Reform, aber eine  deutliche Stärkung der Dörfer. "Da müssen wir ran. Wenn der ländliche Raum ernsthaft gestärkt werden soll, müssen wir alle noch eine Schippe rauflegen. Unsere Vorschläge dafür liegen nun auf dem Tisch", sagt Raschke.

Beschluss "Es lebe das Dorf - Bündnis 90/ Die Grünen unterstützt die Dorfbewegung"
http://gruene-brandenburg.de/userspace/BB/lv_brandenburg/Dokumente/LPR_Eberswalde_2018/Beschluesse/Es_lebe_das_Dorf_-_Buendnis_90Die_Gruenen_Brandenburg_unterstuetzt_die_Dorfbewegung.pdf

Hintergrund "Dorfbewegung"


Derzeit gibt es 24 nationale Dorfbewegungen in Europa. Sie sind in den 70er Jahren zunächst in Nordeuropa als Antwort auf die großen gesellschaftlichen Zwänge entstanden: Niedergang der Landwirtschaft, kulturelle und ökonomische Urbanisierung, zunehmende Zentralisierung, Globalisierung der Märkte sowie eine unausgeglichene Altersstruktur. Ziel solcher Bewegungen ist es, zivilgesellschaftliche Netzwerke zur Mobilisierung dörflicher Gemeinschaften zu bilden. Dorfbewegungen wollen den Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft: Sie praktizieren "ortsbezogene" Demokratien unterhalb der kommunalen Ebene - häufig mit Hilfe von Dorfvereinen. Die lokalen Bedürfnisse und Sichtweisen werden auf die regionalen, nationalen und EU-politischen Ebenen übertragen und dort mit einer gemeinsamen Stimme vertreten. Im Jahr 2015 gründete sich das Brandenburgische Netzwerk Lebendige Dörfer

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